Projektbericht Abwasserbetrieb Weimar

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Nutzung der RFID-Technologie zur mobilen Instandhaltung

Der Abwasserbetrieb Weimar (AWB) setzt für die Dokumentation seines Abwassernetzes seit 1997 das Smallworld GIS ein. Seit 2010 ist das Abwassernetz flächendeckend erfasst. Zur mobilen Instandhaltung wird das Lovion BIS mit dem Lovion TASK PDA in Verbindung mit Smallworld GIS eingesetzt. Mit Lovion TASK PDA werden Wartungs- und Reparaturarbeiten, die planmäßig und unplanmäßig auftreten, bearbeitet.

Bild von links:
Jan Glowig, Sarah Braune, Nico Schneider

Systemeinführung

Der AWB ist ein Eigenbetrieb der Stadt Weimar und mit der kommunalen Abwasserentsorgung betraut. Das Entsorgungsgebiet umfasst ca. 90 km² mit etwa 75.000 Einwohnern. Diese verteilen sich auf die Stadt Weimar und 16 angrenzende Gemarkungen. Im Entsorgungsgebiet unterhält der AWB ein Leitungsnetz mit ca.:

  • 8.700 Schächten und Sonderbauwerken
  • 9.000 Haltungen
  • 365 km Kanalnetz
  • 5 Kläranlagen und
  • 280 Kleinkläranlagen.

Projektverlauf

Anfang des Jahres 2009 hat sich der AWB entschlossen, gemeinsam mit der Firma ITS System GmbH eine transpondergestützte Betriebsmittelwartung umzusetzen. Dazu wurden die Anforderungen auf Basis der Module TASK und WORK umgesetzt und mit einem neuen Modul speziell für PDAs mit RFID-Lesegerät ergänzt. Damit lassen sich die erfassten Daten visualisieren, auswerten und filtern.

Datendrehscheibe

Die Module Lovion CONNECT und Lovion SYNC als Datendrehscheibe ermöglichen einen problemlosen Datenaustausch zwischen dem Smallworld GIS, dem Betriebsführungssystem Lovion BIS mit Lovion WORK und den mobilen Erfassungsgeräten auf PDA-Basis.

Eingesetzte Hardware

Bei den RFID-Transpondern entschied sich der AWB für passive Schraubentransponder mit 13,56 MHz und 2 Kbit Lese- und Schreibspeicher. Bei den PDAs fiel die Wahl nach einer intensiven Testphase auf die Geräte von PSION WORKABOUT PRO.

Einbau der RFID-Transponder

Der erste Realisierungsschritt war der Einbau der Transponder in Schächte. Dies war zugleich auch der teuerste und zeitaufwendigste Vorgang. Die Transponder mussten mit den entsprechenden Daten beschrieben werden. Als Grundlage diente das GIS. Über eine GIS-Abfrage, welche straßenweise oder z. B. über eine Hilfslinie erfolgte, wurden die Stammdaten in eine Datei exportiert, anschließend auf ein PDA kopiert und damit die entsprechenden Transponder in den Schächten initialisiert. Die Objektidentifizierung erfolgt über ein mobiles RFID-Lesegerät mit Lovion TASK PDA.

Umsetzung auf den PDAs

Zur Durchführung der Arbeiten müssen die jeweiligen Betriebsmittel mit dem RFID-Transponder identifiziert werden und die entsprechende Bearbeitungsmaske erscheint. Dem Benutzer stehen abhängig vom identifizierten Objekt unterschiedliche Kataloge für die Art der Schäden zur Verfügung. Die registrierten Daten werden über Lovion Work eingelesen und stehen damit für eine Auswertung zur Verfügung. Auch die visuelle Darstellung der durchgeführten Wartungsarbeiten und Schadensaufnahmen im Lovion WORK bietet eine gute Übersicht für weitere Planungsaufgaben.

Fazit

Mit der Einführung der RFID-Technologie wurde ein wichtiges Instrument geschaffen, welches bei der Wartung und Störungsbeseitigung eine nachhaltige Dokumentation ermöglicht. Die Historie und visuelle Darstellung ist ein wesentlicher Vorteil bei der Auftragserstellung sowie bei der Bewertung der Betriebsmittel. Durch die Eigenkontrollverordnung sind Kommunen und Netzbetreiber verpflichtet, in regelmäßigen Abständen den Zustand und die Funktionsfähigkeit ihrer Kanalsysteme zu prüfen, auch bei dieser Verpflichtung liefert Lovion die notwendigen Daten.

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